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9. August 2025 · DevKarriere Redaktion

Weshalb die meisten Quereinsteiger in der IT scheitern

Quereinsteiger Karriere Weiterbildung Lernen Programmieren

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Die meisten Quereinsteiger geben zu früh auf, weil sie mit falschen Erwartungen starten – sie glauben, ein paar YouTube-Videos und ein Zertifikat reichen für den Job. Ohne klaren Lernplan springst du zwischen Programmiersprachen herum und vertiefst dich nirgendwo wirklich. Rechne ehrlich mit 6 Monaten Vollzeit oder 1 Jahr nebenberuflich, bevor du auf einem bewerbungsfähigen Level ankommst.

Zu früh aufgeben und kein klarer Fahrplan

Viele starten motiviert, hören dann aber nach ein paar Wochen wieder auf. Das liegt meistens an einer falschen Erwartungshaltung. Man denkt, ein paar YouTube-Videos und ein Zertifikat reichen, und dann klappt das schon mit dem Job. Tut es aber nicht.

Programmieren lernen braucht Zeit. Wer Vollzeit lernt, kommt nach etwa sechs Monaten auf ein Level, mit dem man sich bewerben kann. Nebenberuflich, neben einem Job, solltest du eher ein Jahr einplanen. Das ist keine schlechte Nachricht, das ist einfach die Realität.

Genauso problematisch: kein klarer Plan. Viele fangen mit JavaScript an, springen dann zu Python, probieren noch schnell C# aus und haben nach sechs Monaten in drei Sprachen ein bisschen was gelernt, aber in keiner wirklich etwas können. Das führt zu nichts.

Wenn du Web Developer werden willst, fang mit HTML, CSS und JavaScript an. Wenn du das sitzt, kommen React und TypeScript. Schritt für Schritt, ohne Herumspringen. Ein guter Fahrplan schützt dich übrigens auch vor dem frühen Aufgeben. Wer immer den nächsten konkreten Schritt kennt, bleibt eher dran.

Nur Theorie lernen statt wirklich zu programmieren

Das ist der Fehler, den ich am häufigsten sehe. Leute lesen Bücher, schreiben Karteikarten, schauen Tutorials und schreiben alles mit. Das Gefühl, produktiv zu sein, ist da. Die Fähigkeit, wirklich zu programmieren, meistens nicht.

Programmieren lernt man durch Programmieren. Du musst echte Projekte selbst umsetzen, auch wenn es schwer ist und du festhängst. Nur dann wächst das Verständnis wirklich.

Dazu kommt ein zweiter Fehler beim Lernweg: Viele wählen einen Weg, der nicht zu ihrem Ziel passt. Ein Fernstudium liefert dir keine soliden Praxiskills. Eine dreijährige Umschulung auch nicht unbedingt, wenn dein Ziel ist, schnell als Web Developer zu arbeiten. Das sind einfach andere Ziele. Wenn du sagst, du willst programmieren können und einen Job finden, brauchst du einen Lernweg, der genau das liefert.

Kein Portfolio oder ein schlechtes

Als Quereinsteiger wirst du nicht durch ein Zertifikat überzeugen. Kein Arbeitgeber stellt einen 40-jährigen Quereinsteiger mit Zertifikat ein, nur weil er eines hat, wenn gleichzeitig ein 22-jähriger Bewerber mit soliden Kenntnissen daneben steht. Du musst durch deine Fähigkeiten überzeugen, nicht durch Papier.

Das geht mit einem Portfolio. Eine kleine eigene Website, zum Beispiel vorname-nachname.de, mit drei bis fünf echten Projekten. Wichtig: Es müssen gute Projekte sein. Kein abgetippter Taschenrechner aus einem Tutorial, kein 08/15-Demo-Projekt. Solche Portfolios sehen Personaler täglich und sie fallen sofort auf.

Nimm dir die Zeit, etwas zu bauen, das fordernd ist, das realistisch ist, auf das du wirklich stolz bist. Das ist gleichzeitig der beste Lernweg. Du lernst durch ein selbst gebautes Projekt zehnmal mehr als durch ein abgeschriebenes Tutorial.

Bewerbungsfehler, die dich den Job kosten

Der schwerste Teil ist das Programmieren lernen. Wenn du das geschafft hast, bist du schon 95% des Weges gegangen. Trotzdem sehe ich auf den letzten fünf Prozent immer wieder die gleichen Fehler.

Zu wenige Bewerbungen. Wer sich fünf- oder zehnmal bewirbt und dann sagt, es klappt nicht, hat noch nicht wirklich angefangen. Rechne mit mindestens 50 bis 100 Bewerbungen. Fünf pro Tag sind 35 pro Woche, über 140 im Monat. Das ist machbar.

Lebenslauf nicht angepasst. Viele schicken einfach den alten Lebenslauf raus, mit einem kleinen Zusatz, dass sie jetzt auch programmieren können. Das reicht nicht. Erstell eine eigene Sektion für deine Projekte. Formulier frühere Erfahrungen um, wo es passt. Du lügst dabei nicht, du zeigst, was relevant ist.

Zu hohe Ansprüche beim ersten Job. 60.000 Euro Einstiegsgehalt und 100% Homeoffice klingen gut, aber als Quereinsteiger ohne Berufserfahrung in der Branche ist das nicht realistisch. Wer solche Erwartungen mitbringt, wird lange suchen. Wichtiger ist, erstmal reinzukommen. Nach zwei bis drei Jahren Berufserfahrung sieht der Markt für dich komplett anders aus.

Wenn du dir nicht sicher bist, welchen Lernweg du konkret gehen sollst, schau dir unsere Frontend Fundamentals an. Oder, wenn du über einen Bildungsgutschein gefördert werden kannst, findest du alle Infos zu unserem geförderten Web Developer Kurs.

Häufige Fragen

Wie lange dauert es, als Quereinsteiger in der IT einen Job zu finden?

Das hängt vor allem davon ab, wie du lernst und wie viel Zeit du investierst. Wer Vollzeit lernt, kann nach etwa sechs Monaten auf einem Level sein, mit dem Bewerbungen Sinn ergeben. Nebenberuflich solltest du eher ein Jahr einplanen. Dazu kommt die eigentliche Jobsuche, die bei 50 bis 100 Bewerbungen realistisch einige Wochen bis Monate dauern kann.

Brauche ich einen formalen Abschluss für einen Job als Web Developer?

Nein. Was du brauchst, sind nachweisbare Skills und ein gutes Portfolio. Ein Zertifikat allein reicht nicht, zeigst du aber, dass du wirklich programmieren kannst, spielt es nach zwei bis drei Jahren Berufserfahrung kaum noch eine Rolle, ob du studiert hast oder nicht.

Wie viele Bewerbungen sollte ich als IT-Quereinsteiger verschicken?

Plane mindestens 50 bis 100 ein. Wer jeden Tag fünf Bewerbungen rausschickt, kommt in einem Monat auf über 100. Wenn du nach 100 Bewerbungen noch keine einzige Einladung zum Gespräch bekommen hast, ist das ein klares Signal: Entweder das Portfolio oder der Lebenslauf braucht noch Arbeit.

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