Du brauchst als Quereinsteiger nicht unbedingt ein Informatik-Studium – aber bestimmte Zertifikate können deinen Einstieg in die IT massiv beschleunigen. Udemy-Abschlüsse solltest du dir sparen; stattdessen lohnen sich fachspezifische IHK-Zertifikate, Ausbildungen oder anerkannte Anbieterzertifikate wie AWS und Azure.
Die 5 Arten von Zertifikaten, die wirklich zählen
Nicht alle Zertifikate sind gleich viel wert. Udemy-Abschlüsse und ähnliche Online-Badges kannst du direkt vergessen, die interessieren kaum einen Arbeitgeber. Was tatsächlich eine Rolle spielt, lässt sich in fünf Kategorien einteilen:
- Hochschulabschluss (Bachelor, Master, PhD)
- Ausbildung oder Umschulung (z.B. Fachinformatiker IHK)
- Fachspezifische IHK-Zertifikate
- Anbieterzertifikate (AWS, Azure, Google Cloud, Linux Foundation)
- Private Weiterbildungen (wie bei DevKarriere)
Studium und Ausbildung: Gut, aber oft nicht die beste Wahl
Ein Hochschulabschluss ist weltweit anerkannt, keine Frage. Informatik oder Wirtschaftsinformatik zu studieren ist auch keine schlechte Idee, wenn du noch jung bist und noch nicht richtig im Berufsleben angekommen. Aber als Quereinsteiger mit festem Job? Das dauert an der Fernuni schnell 3 bis 5 Jahre, kostet fünfstellige Summen und vermittelt vor allem breites Grundlagenwissen statt konkrete Programmier-Skills.
Ähnliches gilt für die Ausbildung zum Fachinformatiker Anwendungsentwicklung. Der IHK-Abschluss ist solide und im deutschsprachigen Raum gut anerkannt. Aber rechne mal nach: Wenn du bisher 2.500 Euro netto verdient hast und als Azubi nur noch 800 Euro bekommst, verlierst du über zwei Jahre locker 40.000 bis 50.000 Euro an Einnahmen. Diese Kosten muss man erst wieder reinholen.
Finanzieren lassen geht übrigens auch. Die Agentur für Arbeit fördert Umschulungen über den Bildungsgutschein, dann zahlst du selbst nichts. Aber die lange Dauer bleibt.
Anbieterzertifikate: Sinnvoll in bestimmten Bereichen
AWS, Azure, Google Cloud, Linux Foundation, Cisco. Diese Zertifikate kommen von internationalen Organisationen und sind in bestimmten IT-Bereichen wirklich gefragt. Cloud, DevOps und IT Security sind die wichtigsten davon.
Gerade im Bereich IT Security ist das keine Option, sondern oft Voraussetzung. Wer bei einer Bank, Versicherung oder Behörde arbeiten will, braucht dort teilweise aus rechtlichen Gründen bestimmte Zertifizierungen. Im Cloud-Bereich ist der AWS Certified Solutions Architect oder ein Azure-Zertifikat ein echter Türöffner.
Für Web Development und allgemeine Softwareentwicklung? Ehrlich gesagt gibt es da keine wirklich relevanten Zertifikate auf diesem Level. Java Professional und ähnliches klingt beeindruckend, wird aber selten verlangt.
Was private Weiterbildungen wirklich bringen
Private Weiterbildungen wie unser Fullstack Web Developer Kurs sind kein staatlicher Abschluss und kein IHK-Zertifikat. Das muss man klar sagen. Was du nach Abschluss bekommst, ist ein Zertifikat eines zugelassenen Bildungsträgers, der bestätigt, dass du eine strukturierte Weiterbildung erfolgreich abgeschlossen hast.
DevKarriere ist AZAV-zertifiziert, was bedeutet, dass unsere Kurse auch über den Bildungsgutschein von Jobcenter oder Agentur für Arbeit förderbar sind. Nebenberuflich funktioniert das genauso, dann selbst finanziert. Mehr dazu findest du auf der Seite für geförderte Teilnehmer.
Der Vorteil solcher Weiterbildungen: Du lernst die Skills, die Arbeitgeber wirklich suchen, in deutlich kürzerer Zeit als bei einer Umschulung. Und du hast danach etwas Schriftliches in der Hand.
Dein Portfolio ist dein wichtigstes Zertifikat
Das klingt wie eine Floskel, ist aber wahr: Im Web Development entscheidet dein Code, nicht dein Papier. Wer einem Arbeitgeber drei fertige Webprojekte auf GitHub zeigen kann, hat mehr Chancen als jemand mit einem Zertifikat ohne nachweisbare Praxis.
Laut der Stack Overflow Developer Survey gilt das sogar für erfahrene Entwickler: Praktische Erfahrung und ein gutes Portfolio schlagen akademische Qualifikationen regelmäßig.
Die Kombination, auf die es ankommt: eine private Weiterbildung als schriftlicher Nachweis plus ein Portfolio mit echten Projekten. Wenn du noch ganz am Anfang stehst, schau dir unsere Frontend Fundamentals an. Damit baust du die Grundlagen auf, mit denen du erste eigene Projekte umsetzen kannst.
Häufige Fragen
Sind Udemy-Zertifikate bei Bewerbungen sinnvoll?
Nein. Udemy-Zertifikate bescheinigen nur, dass du für 20 Euro einen Kurs gekauft und durchgeklickt hast. Arbeitgeber wissen das und messen ihnen kaum Wert bei. Nutze die Zeit lieber, um eigene Projekte zu bauen.
Brauche ich als Quereinsteiger einen IHK-Abschluss, um in der IT zu arbeiten?
Nicht zwingend. Viele Quereinsteiger steigen ohne IHK-Abschluss erfolgreich in die IT ein, besonders im Web Development. Wichtiger sind nachweisbare Skills und ein Portfolio mit echten Projekten. Ein IHK-Abschluss ist ein Plus, aber kein Muss.
Welche Zertifikate lohnen sich wirklich?
Das hängt vom Bereich ab. Für Cloud, DevOps und IT Security sind Anbieterzertifikate von AWS, Microsoft oder der Linux Foundation sinnvoll und teilweise Pflicht. Im Web Development bringt ein Portfolio aus echten Projekten deutlich mehr als die meisten Zertifikate. Eine private Weiterbildung bei einem AZAV-zertifizierten Anbieter ist eine gute Ergänzung dazu.