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30. April 2023 · DevKarriere Redaktion

So erkennst du gute Stellenausschreibungen in der Softwareentwicklung

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Gute Stellenausschreibungen zeichnen sich durch Transparenz aus – wer konkrete Gehaltsangaben statt vager Formulierungen macht, zeigt dir, dass das Unternehmen es ernst meint. Beim Anforderungsprofil lernst du schnell, die echten Pflichtanforderungen von Nice-to-have-Skills zu unterscheiden, um zu erkennen, ob du wirklich gesucht wirst oder nur ein Bonus-Kandidat bist.

Gehaltsangabe: Der einfachste Qualitätstest

Unternehmen, die eine Gehaltsspanne direkt in die Ausschreibung schreiben, machen etwas richtig. Nicht weil die Zahl immer stimmt, sondern weil es zeigt, dass sie sich Gedanken gemacht haben und Transparenz wollen.

Eine Range wie 50.000 bis 80.000 Euro lässt sich so lesen: Die untere Grenze gilt für Einsteiger mit wenig Erfahrung, die obere wird selten wirklich erreicht. Das ist okay. Du weißt trotzdem, in welche Richtung es geht.

Steht nur “attraktives Gehalt” oder “marktgerechte Vergütung” in der Ausschreibung, ist das meistens kein gutes Zeichen. Wer wirklich ein gutes Angebot hat, schreibt es hin. Wer es nicht tut, hat oft einen Grund dafür.

Anforderungsprofil lesen: Was Pflicht ist und was nicht

Stellenausschreibungen listen oft sehr viele Technologien auf. Das wirkt einschüchternd, ist es aber häufig nicht. Ein breites Anforderungsprofil bedeutet nicht, dass du alles davon beherrschen musst.

Schau dir an, wie die Anforderungen formuliert sind. Gibt es einen Unterschied zwischen “du hast” und “idealerweise bringst du mit”? Steht irgendwo “wenn nicht, bringen wir dir es bei”? Das ist ein gutes Zeichen. Es zeigt, dass das Unternehmen realistische Erwartungen hat und eher eine Juniorstelle besetzt.

Auf der anderen Seite gibt es Ausschreibungen, die sehr spezifische Kenntnisse in Nischenthemen fordern, am besten mit mehrjähriger Erfahrung in einem Framework das kaum jemand kennt. Das ist kein Qualitätsmerkmal, sondern meistens schlechtes Recruiting.

Wichtig für dich als Quereinsteiger: Achte darauf, ob “vergleichbare Qualifikation” oder “vergleichbare Berufserfahrung” als Alternative zum Studium akzeptiert wird. Wenn in der Ausschreibung nur “abgeschlossenes Informatikstudium” steht, ist die Stelle für dich wahrscheinlich schwieriger zu bekommen. Steht dort “oder vergleichbare Qualifikation”, ist das ein gutes Zeichen und zeigt, dass das Unternehmen nach Können sucht, nicht nach Titeln.

Wenn du gerade dabei bist, dir diese Grundlagen aufzubauen, lohnt sich ein Blick auf den Fullstack Web Developer Kurs von DevKarriere: praxisnah, ohne akademischen Overhead, direkt auf den Job ausgerichtet.

Remote oder vor Ort: Was wirklich drinsteckt

Viele Ausschreibungen sind hier ungenau. “Möglichkeit zum mobilen Arbeiten” klingt gut, kann aber bedeuten, dass du drei von fünf Tagen im Büro sitzen musst. Das ist für viele Entwickler ein KO-Kriterium.

Steht nichts zum Arbeitsort in der Ausschreibung, frag im Gespräch nach. Direkt. Kein Umweg.

Eine wirklich gute Ausschreibung schreibt das konkret hin: Wie viel Prozent Remote ist möglich, wann bist du beim Kunden vor Ort, was passiert wenn der Kunde 100 % Präsenz verlangt. Wenn ein Unternehmen sogar schreibt, dass ausschließliche Präsenz nur mit deinem Einverständnis und gegen extra Vergütung stattfindet, ist das ein starkes Signal für ein gesundes Remote-Mindset.

Benefits: Was wirklich was wert ist

Obstkorb, Kicker, Weihnachtsfeier. Das steht in fast jeder Ausschreibung und sagt nichts über die tatsächlichen Arbeitsbedingungen aus.

Benefits, die wirklich einen Unterschied machen, sind zum Beispiel ein konkretes Weiterbildungsbudget, betriebliche Altersvorsorge, echte Gleitzeit ohne Kernarbeitszeiten oder freie Wahl des Betriebssystems. Das klingt unspektakulär, zeigt aber, dass das Unternehmen ernsthaft in seine Mitarbeiter investiert.

30 Tage Urlaub ist mittlerweile Standard in der IT. Wenn das als Highlight verkauft wird, solltest du kurz innehalten.

Aufgaben: Realistisch oder alles auf einmal?

Schau dir die Aufgabenliste an. Wenn dort Design, Requirements Engineering, Architektur, Frontend-Entwicklung und Kundenkommunikation gleichzeitig für eine Juniorstelle aufgelistet werden, ist das kein schlechtes Zeichen pro Job, aber ein Hinweis darauf, dass Rollen dort weit gefasst sind.

In kleinen Firmen ist das normal und kann sogar ein Vorteil sein: Du lernst schnell, trägst früh Verantwortung, arbeitest direkt mit Entscheidern zusammen. In größeren Strukturen würde das auf verschiedene Personen verteilt.

Pass auf bei Formulierungen wie “kundengetriebene Termine und Vorgaben”. Das klingt neutral, kann aber darauf hinweisen, dass der Kunde intern immer das letzte Wort hat und Deadlines oft unrealistisch gesetzt werden. Kein Automatismus, aber ein Punkt, den du im Gespräch gezielt ansprechen solltest.


Häufige Fragen

Was mache ich, wenn wichtige Infos in der Ausschreibung fehlen?

Bewirbst du dich trotzdem und bekommst eine positive Rückmeldung, kläre alles spätestens im ersten Gespräch. Frag konkret nach Arbeitsort, Homeoffice-Anteil, Arbeitszeiten und Gehaltsspanne. Das ist völlig normal und wird von guten Unternehmen erwartet.

Muss ich alle geforderten Technologien aus dem Anforderungsprofil beherrschen?

Nein. Breite Anforderungslisten sind oft Wunschlisten, keine Checklisten. Wenn du die Kernthemen einer Stelle abdeckst und lernbereit bist, lohnt sich die Bewerbung trotzdem. Viele Unternehmen wissen selbst, dass sie niemanden finden werden, der alles mitbringt.

Woran erkenne ich, ob eine Stelle auch für Quereinsteiger offen ist?

Achte auf drei Punkte: Wird “vergleichbare Qualifikation” als Alternative zum Studium genannt? Gibt es “nice to have”-Anforderungen statt einer reinen Pflichtliste? Steht irgendwo, dass fehlende Kenntnisse vermittelt werden? Wenn ja, ist die Stelle realistisch für jemanden ohne klassische IT-Ausbildung. Wenn du dich gerade in diese Richtung entwickelst, schau dir an, welche Möglichkeiten es gibt, eine Weiterbildung zum Web Developer über den Bildungsgutschein zu fördern.

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