Du musst nicht kündigen, um programmieren zu lernen – halte deinen Job und probiere es erst aus, um herauszufinden, ob dir das Thema wirklich liegt. Baue dir nebenbei ein Portfolio auf und mach erste echte Projekte. Nur wenn du bereit für Bewerbungen bist und dich sicher fühlst, lohnt sich die Kündigung.
Kündige noch nicht: Warum du deinen Job behalten solltest
Der erste Impuls vieler, die mit dem Programmieren anfangen, ist oft: Alles geben. Vollzeit lernen. Job weg. Kopf frei. Verständlich, aber falsch.
Du arbeitest, weil du Rechnungen bezahlen musst. Das ändert sich nicht einfach, weil du ein neues Ziel hast. Und ehrlich gesagt: Erstmal herausfinden, ob dir das Thema überhaupt liegt, ist wichtiger als alles andere. Mach ein paar Tutorials, probier es aus. Erst wenn du weißt, dass es passt, lohnt sich die größere Planung.
Wenn du irgendwann ein Portfolio hast, echte Projekte zeigen kannst und bereit für erste Bewerbungen bist, dann ist es Zeit, die Kündigung einzureichen. Nicht vorher. Die meisten Kündigungsfristen liegen bei ein bis drei Monaten. Das ist überschaubar.
Und noch etwas: Erzähl deinem Arbeitgeber vorerst nichts davon. Es sei denn, er hat selbst Interesse daran, dass du programmieren lernst. Ansonsten bringt es dir nur Nachteile, wenn du zu früh die Karten auf den Tisch legst.
Wie viele Stunden am Tag du wirklich brauchst
Viel hilft viel. Aber nur bis zu einem gewissen Punkt. Kein Mensch kann zehn Stunden am Tag konzentriert etwas Neues lernen, ohne dabei abzustumpfen.
Du musst das nicht. Ein paar Stunden täglich reichen, um echte Fortschritte zu machen. Es gibt Leute, die Vollzeitjob, Familie, kleine Kinder und weitere Verpflichtungen unter einen Hut bringen und es trotzdem hinkriegen. Nicht weil sie übernatürliche Willenskraft haben, sondern weil sie die verfügbare Zeit gut nutzen.
Wenn du mehr Zeit hast, steck mehr rein. Aber quäl dich nicht mit unrealistischen Lernplänen, die du nach zwei Wochen hinschmeißt. Lieber drei Stunden am Tag, konsequent, als zehn Stunden am Wochenende und dann gar nichts.
Marathon, nicht Sprint: Konstanz schlägt Intensität
Programmieren lernen auf professionellem Niveau ist kein Wochenendprojekt. Das ist ein Marathon, kein Sprint. Das klingt erstmal ernüchternd, ist aber eigentlich eine gute Nachricht.
Du musst dich nicht in drei Wochen durch alle Basics jagen. Du musst dran bleiben. Täglich etwas tun. Auch an Tagen, wo du keine Lust hast. Auch wenn der Fortschritt sich klein anfühlt.
Wer über einen langen Zeitraum regelmäßig lernt, schlägt jeden, der zwei Wochen Vollgas gibt und dann aufhört. Das gilt für Sport, das gilt für Sprachen und das gilt genauso fürs Programmieren.
Hol dir Hilfe: Community und Mentoren machen den Unterschied
Alleine lernen funktioniert. Aber es dauert länger und ist fehleranfälliger. Wer Zugang zu Gleichgesinnten hat, kommt schneller voran.
Such dir mindestens eine Person, die dasselbe Ziel hat wie du. Jemanden, mit dem du dich austauschen kannst, der vielleicht zwei Schritte weiter ist oder noch einen Schritt hinter dir. Noch besser ist eine ganze Community.
Dazu kommen Mentoren oder Lehrer, die dir einen strukturierten Fahrplan geben können. Wenn du hängenbleibst und weißt, wen du fragen kannst, sparst du enorm viel Zeit. Gerade weil deine Lernzeit neben dem Job begrenzt ist, lohnt sich gute Begleitung. Alleine kann es passieren, dass du acht Monate an Basics hängst, die du mit dem richtigen Fahrplan in zwei Monaten hättest schaffen können.
Das ist genau der Ansatz beim Fullstack Web Developer Kurs von DevKarriere: Von den Basics bis zum ersten Job, mit Mentoren, die deine Fragen beantworten und dir die nächsten Schritte zeigen. Auch wenn du mit null Vorkenntnissen startest. Falls du einen Bildungsgutschein vom Jobcenter oder der Agentur für Arbeit hast, kannst du dir auch die geförderte Qualifikation zum Web Developer anschauen.
Häufige Fragen
Wie lange dauert es, neben dem Vollzeitjob programmieren zu lernen?
Das hängt vor allem davon ab, wie viel Zeit du täglich investierst und wie strukturiert du vorgehst. Realistisch geplant brauchst du bei regelmäßigem Lernen neben dem Job deutlich über ein Jahr, bis du ein solides Portfolio hast und dich für erste Jobs bewerben kannst. Mit einem strukturierten Programm und direkten Ansprechpartnern geht es spürbar schneller, als wenn du dir alles selbst zusammensuchst.
Soll ich meinem Chef sagen, dass ich Programmierer werden will?
In den meisten Fällen nein, zumindest nicht zu früh. Es sei denn, dein Arbeitgeber hat aktiv Interesse daran oder würde dich dabei finanziell unterstützen. Ansonsten entstehen eher Nachteile als Vorteile, wenn du dein Ziel zu früh kommunizierst.
Kann ich mit Familie und Vollzeitjob wirklich programmieren lernen?
Ja. Viele, die es geschafft haben, hatten genau diese Ausgangssituation: Vollzeitjob, Kinder, weitere Verpflichtungen. Der Schlüssel ist nicht die Menge an Zeit, sondern die Regelmäßigkeit. Wer täglich eine bis zwei Stunden investiert und dran bleibt, kommt ans Ziel.