Eine Umschulung zum Fachinformatiker lohnt sich für dich als Quereinsteiger besonders dann, wenn du arbeitslos bist und dich beruflich neu orientieren möchtest – die Maßnahmen dauern nur 1–2 Jahre statt einer dreijährigen Ausbildung und können über deinen Bildungsgutschein finanziert werden. Ob sie konkret für deine Situation passt, hängt davon ab, ob du die Zeit für eine Vollzeitmaßnahme hast und ob du wirklich neu anfangen willst.
Umschulung vs. Ausbildung: Was ist der Unterschied?
Die beiden Begriffe werden oft durcheinandergeworfen, aber sie meinen unterschiedliche Dinge. Eine Ausbildung zum Fachinformatiker dauert drei Jahre und richtet sich klassisch an Berufseinsteiger, also Leute, die direkt nach der Schule starten.
Die Umschulung ist anders. Sie dauert in der Regel ein bis zwei Jahre und richtet sich an Menschen, die bereits einen anderen Beruf hatten und jetzt wechseln wollen. Wenn du 30 oder 35 bist und Quereinsteiger bist, geht es hier um die Umschulung.
Wann lohnt sich die Umschulung wirklich?
Drei Faktoren müssen gleichzeitig zutreffen:
- Du bist gerade arbeitslos oder arbeitssuchend und hast die Zeit für eine Vollzeitmaßnahme.
- Du weißt noch nicht genau, wohin es beruflich gehen soll. Du weißt grob, dass IT interessant klingt, hast aber noch kein konkretes Ziel.
- Die Umschulung wird finanziert, zum Beispiel über einen Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit oder des Jobcenters.
Wenn alle drei Punkte zutreffen, kann die Umschulung eine solide Orientierung sein. Du bekommst ein breites Grundlagenwissen, lernst verschiedene Bereiche kennen und musst dafür nicht selbst zahlen. Ähnlich wie ein Studium: Wenn du noch suchst und die Kapazitäten hast, macht das Sinn.
Was eine Umschulung kostet
Das ist der Punkt, an dem die meisten ins Stocken kommen. Eine zweijährige Umschulung zum Fachinformatiker kostet schnell 20.000 bis 30.000 Euro. Das ist kein theoretischer Wert, das ist der reale Marktpreis.
Wenn du das selbst bezahlen müsstest: lass es. Es gibt deutlich günstigere Wege, die dich schneller ans Ziel bringen.
Die wichtigste Finanzierungsquelle ist der Bildungsgutschein, den Jobcenter und Agentur für Arbeit ausstellen, wenn du arbeitslos oder arbeitssuchend bist. Unter bestimmten Voraussetzungen gibt es außerdem Förderung über die Deutsche Rentenversicherung.
Wenn du schon weißt, was du willst, mach es anders
Ehrlich gesagt: Wenn du weißt, dass du Softwareentwickler werden willst, ist die Umschulung nicht dein effizientester Weg. Zwei Jahre sind lang. Sehr lang.
In dieser Zeit kannst du selbst programmieren lernen, eigene Projekte bauen und dich bewerben. Ohne teure Vollzeitmaßnahme, auch neben dem Job.
Was Arbeitgeber wirklich sehen wollen, ist nicht dein Zertifikat. Es ist dein Portfolio. Zeig ihnen, was du gebaut hast. Eine eigene App, eine Website, ein kleines Tool. Das sagt mehr als jeder Abschluss.
Für den Einstieg in die Webentwicklung lernst du zuerst HTML, CSS und JavaScript. Das ist das Fundament. Wenn du das strukturiert und mit Karrierefokus angehen willst, schau dir den Fullstack Web Developer Kurs von DevKarriere an, der genau darauf ausgerichtet ist.
Noch ein Punkt, der oft übersehen wird: Bei klassischen Umschulungen und staatlichen Bildungsmaßnahmen kümmert sich nach dem Abschluss niemand darum, wie es dir beruflich weitergeht. Kein Bewerbungstraining, kein Feedback, kein Netzwerk. Du bist auf dich gestellt. Das ist kein Einzelfall, das ist das System.
Häufige Fragen
Kann ich die Umschulung neben dem Job machen?
Nein, in der Regel nicht. Die Umschulung zum Fachinformatiker ist eine Vollzeitmaßnahme. Wer gerade arbeitet, kommt dafür nicht in Frage. Für Berufstätige ist Selbststudium oder eine berufsbegleitende Weiterbildung die sinnvollere Option.
Bekomme ich nach der Umschulung wirklich einen Job?
Nicht automatisch. Viele Absolventen haben danach Schwierigkeiten, eine Stelle zu finden. Ein Zertifikat allein reicht nicht. Was zählt, ist praktische Erfahrung, nachgewiesen durch eigene Projekte. Wer ein gutes Portfolio mitbringt, hat auch ohne formalen Abschluss realistische Chancen auf dem Arbeitsmarkt.
Gibt es eine staatlich geförderte Alternative zur Umschulung?
Ja. Mit einem Bildungsgutschein kannst du auch andere AZAV-zertifizierte Weiterbildungen finanzieren, nicht nur die klassische Umschulung zum Fachinformatiker. DevKarriere bietet zum Beispiel eine geförderte Qualifikation zum Web Developer an, die gezielt auf den Jobeinstieg als Entwickler ausgerichtet ist.