Eine Ausbildung zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung lohnt sich für dich, aber mit einer großen Bedingung: Der Ausbildungsbetrieb macht den entscheidenden Unterschied. Es gibt Betriebe, in denen du von Anfang an echte Projekte mitarbeitest und handwerklich Software-Entwicklung lernst – und es gibt Betriebe, wo du hauptsächlich Hilfsarbeiten erledigst und kaum programmierst.
Was du in dieser Ausbildung wirklich lernst
Viele, die sich für diese Ausbildung entscheiden, haben das Ziel: programmieren lernen. Das Problem ist, dass die Ausbildung genau darauf nicht ausgelegt ist. Du lernst viele Grundlagen aus verschiedenen Bereichen – aber nicht, wie du wirklich gute Software entwickelst.
In der Berufsschule deckst du ein breites Themenspektrum ab. Informatik ist nur ein Teil davon. Und ob du danach gut programmieren kannst, hängt stark von deinem Ausbildungsbetrieb ab.
Das ist der Knackpunkt. Es gibt Betriebe, bei denen du von Anfang an in echten Projekten mitarbeitest, Verantwortung übernimmst und handwerklich lernst, wie Software entsteht. Und es gibt Betriebe, bei denen du hauptsächlich Hilfsarbeiten erledigst und kaum eine Zeile Code schreibst. Beides passiert.
Warum der Ausbildungsbetrieb alles entscheidet
Keine andere Variable bestimmt den Wert dieser Ausbildung mehr als die Firma, bei der du sie machst. Das klingt banal, ist aber wirklich entscheidend – Entschuldigung, ich meine: Das macht den eigentlichen Unterschied.
Wer bei einem guten IT-Unternehmen ausbildet, kann in drei Jahren eine Menge mitnehmen. Echte Projekte, echte Kunden, echtes Feedback. Wer Pech hat, macht drei Jahre lang hauptsächlich Büroarbeiten und wundert sich am Ende, warum er kaum programmieren kann.
Das ist keine Seltenheit. Es gibt viele Berichte von Leuten, die nach der Ausbildung kaum eine Basis haben, weil ihr Betrieb ihnen einfach keine relevanten Aufgaben gegeben hat.
Für wen die Ausbildung trotzdem sinnvoll sein kann
Wenn du gerade die zehnte Klasse oder das Abitur abgeschlossen hast und noch bei deinen Eltern wohnst: Die Ausbildung ist eine echte Option. Du verdienst dabei etwas Geld, sammelst Berufserfahrung und bekommst am Ende ein IHK-Zertifikat. Perfekt ist der Weg nicht, aber er hat Substanz.
Laut Bundesagentur für Arbeit liegt das Ausbildungsgehalt je nach Betrieb und Lehrjahr zwischen 700 und 1.200 Euro – in der IT-Branche oft etwas höher als in anderen Bereichen. Das reicht, wenn du keine eigenen Lebenshaltungskosten hast.
Als junger Mensch in dieser Situation: Mach die Ausbildung, wenn du einen guten Betrieb findest. Aber verlasse dich nicht darauf, dass du danach automatisch gut programmieren kannst. Beschäftige dich in deiner Freizeit eigenständig mit Code. Das unterscheidet die, die nach der Ausbildung wirklich liefern können, von denen, die es nicht können.
Warum Quereinsteiger einen anderen Weg brauchen
Du bist schon berufstätig, verdienst dein Geld und willst den Wechsel in die IT schaffen. Die Ausbildung klingt auf den ersten Blick verlockend, weil du am Ende ein Zertifikat hast. Aber rechne mal durch, was das wirklich bedeutet.
Eine klassische Ausbildung dauert mindestens zweieinhalb bis drei Jahre. In dieser Zeit verdienst du als Auszubildender deutlich weniger als in deinem aktuellen Job. Miete, Lebenshaltungskosten, vielleicht Familie – das lässt sich für die meisten nicht einfach mal nebenbei wegrechnen.
Dazu kommt: Du verbringst Wochen, teilweise Monate damit, dich auf Prüfungen vorzubereiten. Die Zwischenprüfung, die Abschlussprüfung, schriftliche Abgaben. Das alles kostet Zeit, die du nicht in echtes Programmieren investierst. Und das Zertifikat am Ende beeindruckt keinen Arbeitgeber so sehr wie ein solides Portfolio mit eigenen Projekten.
Für Quereinsteiger gilt: Du brauchst kein IHK-Zertifikat, um einen Job als Entwickler zu bekommen. Du brauchst nachweisbare Skills. Wenn du zeigen kannst, dass du programmieren kannst – mit echten Projekten, einem aufgeräumten GitHub-Profil und dem Mut, es im Gespräch zu demonstrieren – stehst du oft besser da als jemand mit Abschluss, aber ohne Praxis.
Wenn du diesen Weg gehen willst, schau dir gerne unsere Qualifikation zum Web Developer an – die ist speziell für Berufstätige konzipiert, die nebenberuflich in die IT wechseln wollen.
Häufige Fragen
Kann man den Fachinformatiker-Abschluss auch ohne klassische Ausbildung machen?
Ja, grundsätzlich gibt es die Möglichkeit, die IHK-Prüfung über sogenannte Externenprüfungen abzulegen – also ohne den klassischen Ausbildungsweg. Allerdings musst du trotzdem Zeit und Energie in die Prüfungsvorbereitung stecken, und in den meisten Fällen brauchst du Nachweise über praktische Berufserfahrung. Es ist ein möglicher Weg, aber kein einfacher.
Brauche ich als Quereinsteiger überhaupt ein Zertifikat, um in der IT zu arbeiten?
Nein. Die IT-Branche gehört zu den wenigen Bereichen, in denen formale Abschlüsse deutlich weniger zählen als konkrete Fähigkeiten. Laut dem Stack Overflow Developer Survey geben viele Entwicklerinnen und Entwickler an, durch Selbststudium, Online-Kurse oder Bootcamps in den Beruf eingestiegen zu sein. Was zählt, ist was du kannst – nicht was auf deinem Zeugnis steht.
Wie lange dauert es als Quereinsteiger realistisch, in die IT zu wechseln?
Das hängt von deiner Ausgangssituation, der Zeit die du investierst und deiner Lernstrategie ab. Mit einem klaren Lehrplan, regelmäßigem Üben und einem strukturierten Vorgehen schaffen viele den Wechsel in ein bis zwei Jahren. Wenn du wissen willst, wie das konkret aussehen kann, findest du alle Details zu unserem Fullstack Web Developer Kurs auf der Kursseite.