Wenn du dein Portfolio aufbaust, solltest du Business Apps statt Spiele zeigen – Arbeitgeber können mit Spielen nicht viel anfangen. Sie wollen praktische Anwendungen sehen, die im echten Geschäftsleben gebraucht werden, wie Projektmanagement-Tools, Terminplanung oder Schichtplanungs-Apps. Ein durchdachtes Business-Projekt macht bei Bewerbungen einen ungleich besseren Eindruck als ein poliertes Tutorial-Spiel.
Spiele oder Business Apps: Was gehört wirklich ins Portfolio?
Wer mit dem Programmieren anfängt, baut oft zuerst Spiele. Macht Sinn, sie machen Spaß und man lernt dabei tatsächlich viel. Für das Portfolio ist ein Spiel aber meistens die falsche Wahl.
Die meisten Firmen entwickeln keine Spiele. Wenn du dich dort bewirbst, wollen sie sehen, dass du Anwendungen bauen kannst, die im echten Arbeitsleben gebraucht werden. Ein einfaches Jump-and-Run, das du aus einem Tutorial übernommen hast, macht keinen großen Eindruck. Was dagegen funktioniert: Projektmanagement-Tools, Terminbuchungs-Apps, Schichtplanung für Mitarbeiter. Also Dinge, die sich jemand in einem Unternehmen vorstellen kann.
Ein selbst gebautes Multiplayer-Strategiespiel kann im Vorstellungsgespräch punkten, weil man sieht, wie viele Konzepte dahinterstecken. Aber ein Mini-Spiel aus dem Tutorial mit ausgetauschten Sprites? Besser weglassen.
Ersetzt KI den Entwickler-Job?
KI kann Code schreiben. Das stimmt. Sie kann das aber nur so gut, wie der Mensch dahinter den richtigen Prompt formulieren kann. Und wer den richtigen Prompt formulieren kann, versteht auch, was er macht.
Ein guter Entwickler mit KI wird zehnmal produktiver. Ein schlechter Entwickler mit KI ist immer noch ein schlechter Entwickler. Das ist kein Klischee, das passiert wirklich. Viele Projekte kommen mit KI-Unterstützung bis auf 70 oder 80 Prozent, werden dann aber nie fertig, weil das echte Fertigstellen, das Beheben von Fehlern und das Denken in Produkten nun mal Know-how braucht.
Dass Firmen wie Microsoft in den letzten Jahren massenhaft Entwickler entlassen und danach viele wieder eingestellt haben, sagt eigentlich alles. Die Tools alleine reichen nicht. Es braucht Menschen, die verstehen, was auf der Baustelle passiert.
Java und PHP: Lohnt sich das noch?
PHP würde ich Einsteigern heute nicht mehr empfehlen, auch wenn noch viele laufende Projekte damit betrieben werden. Bei Java sieht das anders aus.
Großkonzerne, Banken, Versicherungen, die Automobilbranche: Dort läuft ein riesiger Teil der Software auf Java, entwickelt über die letzten 20 Jahre. Diese Systeme lassen sich nicht mal eben auf eine andere Sprache umstellen, besonders wenn sie kritische Geschäftsprozesse abbilden. Gleichzeitig gehen viele der Entwickler, die diese Systeme kennen, irgendwann in Rente. Der Bedarf an Nachfolgern bleibt.
Für Quereinsteiger ist JavaScript trotzdem der bessere Einstieg: mehr Nachfrage, niedrigere Hürde. Aber als Freelancer mit Java-Backend-Entwicklung lassen sich deutlich höhere Stundensätze erzielen als im durchschnittlichen JavaScript-Umfeld.
Zu alt für den IT-Einstieg? Das sagen unsere Zahlen
Mit 45 bist du bei der Hälfte deines Arbeitslebens. Das Renteneintrittsalter liegt aktuell bei 67 Jahren. Das macht 22 Jahre vor dir.
Bei DevKarriere haben wir viele Teilnehmer über 40, die die Weiterbildung abschließen und danach einen Job finden. Einer war erst kürzlich bei uns zum Interview: fünf oder sechs Bewerbungen, zwei Einladungen, ein Angebot. Mit Mitte 40.
Was den Markt gerade schwieriger macht, ist nicht die KI. Es ist die wirtschaftliche Lage in Deutschland. Wir befinden uns in einem Arbeitgebermarkt, das bedeutet auf weniger offene Stellen kommen mehr Bewerbungen. Manchmal mehr Absagen, vielleicht sogar über 100 Bewerbungen über mehrere Monate. Aber wer dranbleibt, findet.
Ab 50 wird es schwieriger, das wäre nicht ehrlich, das zu verschweigen. Unmöglich ist es aber auch dann nicht.
Fachinformatiker-Ausbildung oder lieber Quereinstieg?
Die Antwort hängt von deiner Situation ab.
Wenn du gerade die Schule abgeschlossen hast und unter 25 bist: Mach die Ausbildung. Drei Jahre duales System bedeuten drei Jahre echte Berufserfahrung im Betrieb. Das ist viel wert.
Als Quereinsteiger mit Familie, laufenden Kosten und mehreren Jahren Berufserfahrung sieht das anders aus. Eine schulische Umschulung über zwei Jahre, also Unterricht ohne Praxis im Unternehmen, bringt dich selten in eine gute Ausgangslage. Du lernst, was du für die Abschlussprüfung brauchst. Wirklich programmieren lernt man dabei kaum.
Was stattdessen funktioniert: Skills praxisorientiert aufbauen, ein Portfolio zeigen, mit dem Firmen sehen können, was du drauf hast. Wenn du das gefördert über die Agentur für Arbeit machen möchtest, gibt es dafür den geförderten Kurs mit Bildungsgutschein. Wer flexibel und eigenständig lernen möchte, findet im Fullstack Web Developer Kurs eine praxisnahe Alternative.
Häufige Fragen
Kann ich mit 45 noch Programmierer werden?
Ja. Mit 45 bist du bei der Hälfte deines Berufslebens. Viele DevKarriere-Teilnehmer über 40 finden nach der Weiterbildung einen Job. Der Bewerbungsprozess dauert manchmal länger, aber mit einem starken Portfolio ist der Einstieg gut machbar.
Ersetzt KI alle Entwickler?
Nein. KI macht gute Entwickler produktiver, ersetzt aber nicht das Verständnis, das nötig ist, um Software wirklich fertig zu stellen. Wer die Grundlagen nicht kennt, kann die Ausgabe der KI weder beurteilen noch korrigieren.
Lohnt sich die Fachinformatiker-Umschulung für Quereinsteiger?
In den meisten Fällen nicht. Eine schulische Umschulung ohne Praxis im Betrieb bringt dich selten in eine gute Ausgangsposition. Praxisorientiertes Lernen mit Portfolioaufbau ist für Quereinsteiger in der Regel der direktere Weg.