Ein Hobby-Entwickler hat mit Next.js, Sanity und Supabase eine professionelle Fanwebseite gebaut – das Resultat sieht aus wie ein Millionen-Euro-Auftrag. Im Code-Review wird aber auch sichtbar, wo selbst gute Entwickler stolpern: veraltete Dependencies, die Sicherheitslücken freilegen und die regelmäßige Wartung des Tech-Stacks gefährden.
Wenn ein Hobby-Entwickler professionelle Qualität abliefert
Das erste Projekt war eine Til-Lindemann- bzw. Rammstein-Fanwebseite. Technischer Stack: Next.js 16, Sanity als Headless CMS und Supabase für die Nutzerprofile. Der Entwickler selbst ist kein Informatiker, er arbeitet im sozialen Bereich und programmiert seit 2022 als Hobby.
Das Resultat sieht trotzdem aus wie ein bezahlter Auftrag. Hover-Effekte, saubere Animationen, ein modernes Menü, Nutzerprofil-Funktionen, eine Suchleiste. Auf dem Smartphone funktioniert alles einwandfrei. Als Freelancer könnte man so ein Projekt problemlos für mehrere Tausend Euro verkaufen.
Was man trotzdem lernen kann: Dependencies immer aktuell halten. Ende 2025 gab es eine ernste Sicherheitslücke in React und damit auch in Next.js. Der Entwickler war betroffen. Jemand hat die Lücke ausgenutzt, um über seinen Server Bitcoins zu schürfen. Das Update auf die aktuelle Version hat das Problem sofort behoben. Klingt trivial, wird aber oft vernachlässigt.
Tailwind und eigenes CSS: Einer der häufigsten Anfängerfehler
Das zweite Projekt war ein KI-Chatbot namens Leis AI, eingebunden über die Gemini 2.5 Flash API von Google. Der Entwickler ist 17 Jahre alt. Das Projekt hat ein Support-Ticket-System, eine Admin-Ansicht und einen funktionierenden Chatbot. Für das Alter und die Erfahrung ist das beeindruckend.
Im Code zeigen sich aber zwei typische Anfänger-Muster.
Erstens: Jede HTML-Datei ist eine eigene Seite mit eigenem CSS-Block und eigenem JavaScript. Der Theme-Toggle für den Dark Mode kommt in mehreren Dateien vor. Das ist Code-Duplikation. Sobald du etwas ändern willst, musst du es an fünf Stellen gleichzeitig anfassen. Das kostet Zeit und führt zu Fehlern.
Zweitens: Tailwind und normales CSS gemischt. Auf demselben Element finden sich dann Tailwind-Klassen und externe CSS-Selektoren nebeneinander. Je größer das Projekt, desto unübersichtlicher wird das. Wenn ein Element plötzlich anders aussieht als erwartet, weißt du nicht mehr, welche Regel gerade gewinnt.
Die Lösung: Entscheide dich für eine Methode und ziehe sie durch. Entweder Tailwind konsequent, oder eigenes CSS konsequent. Beides nebeneinander macht Projekte langfristig unwartbar.
Wer dann noch JavaScript und CSS aus den HTML-Dateien auslagert und auf ein Framework wie React umsteigt, schreibt Code, der auch in drei Monaten noch lesbar ist. Genau das lernst du im Fullstack Web Developer Kurs von DevKarriere: Komponentendenken, Trennung von Logik und Darstellung, Frameworks, die in echten Jobs gefragt sind.
Warum KI-Projekte dein Portfolio sofort aufwerten
Leis AI macht noch etwas deutlich: Du musst keine eigene KI entwickeln, um als Entwickler mit KI-Kompetenz aufzufallen. Es reicht, eine bestehende API sinnvoll einzubinden. Gemini von Google, GPT-4 von OpenAI, beide bieten Schnittstellen, die du in eigene Anwendungen integrieren kannst.
Wenn du dich auf eine Stelle bewirbst und zeigst, dass du schon mit solchen APIs gearbeitet hast, das fällt auf. Unternehmen suchen Entwickler, die moderne Tools verstehen und produktiv einsetzen können. Ein eigener Chatbot, ein KI-gestütztes Tool oder auch nur ein kleines Experiment mit einer LLM-API zeigt das viel besser als ein weiterer ToDo-App-Klon.
Erste Website fertig: Das zählt mehr als alle Details
Das dritte Projekt war eine Bäckerei-Website, erstellt von einem 12-Jährigen. Es gab Dinge zu verbessern: das Logo war auf dem Desktop zu groß, Text klebte zu nah am Rand, die Galerie hatte Bilder unterschiedlicher Größen. Alles lösbare Probleme.
Aber die Website existiert. Sie ist live. Sie hat eine Preisliste, eine Galerie, eine Kontaktseite mit Google Maps. Auf dem Smartphone sieht sie schon deutlich besser aus als auf dem Desktop.
Wer wartet, bis sein Code perfekt ist, veröffentlicht gar nichts. Wer fertigstellt, lernt.
Häufige Fragen
Was bringt mir ein Code Review als Anfänger?
Ein Code Review zeigt dir nicht nur, ob dein Code funktioniert, sondern ob er lesbar und wartbar ist. Du erkennst Muster, die du dir unbewusst angewöhnt hast, und lernst, wie erfahrene Entwickler an dasselbe Problem herangehen würden. Das ist effizienter als jedes weitere Tutorial.
Soll ich Tailwind oder normales CSS verwenden?
Beides ist in der Praxis verbreitet und beides lässt sich lernen. Wichtiger als die Wahl ist die Konsequenz: Entscheide dich für eine Methode und nutze sie durchgehend. Wer Tailwind und eigenes CSS mischt, erzeugt Projekte, die mit der Zeit immer schwerer zu debuggen sind.
Lohnen sich KI-Projekte im Portfolio für den Berufseinstieg?
Ja. Du musst keine KI entwickeln, du musst sie einsetzen können. Wer zeigt, dass er mit einer API wie Gemini oder der OpenAI API eine funktionierende Anwendung gebaut hat, fällt im Bewerbungsprozess auf. KI-Integration ist kein Bonus mehr, sondern wird zunehmend vorausgesetzt.