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14. Mai 2023 · DevKarriere Redaktion

Dieser Denkfehler hält dich davon ab Softwareentwickler zu werden

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Du wirst dich als Programmier-Anfänger nie „fertig” fühlen, obwohl du längst bereit bist. Das Problem: Du unterschätzt deine eigenen Fähigkeiten und überschätzt gleichzeitig, was Arbeitgeber bei Junior-Entwicklern erwarten. Dieser Denkfehler hält dich fest, während du auf einen perfekten Moment wartest, der für niemanden kommt.

Warum du dich nie “bereit” fühlen wirst

Wenn du anfängst zu programmieren, passiert etwas Merkwürdiges: Du siehst vor dir, wie viel es noch zu lernen gibt. HTML, CSS, JavaScript, dann React, TypeScript, Git. Der Berg wirkt endlos. Was du dabei kaum wahrnimmst: wie weit du bereits gekommen bist.

Das führt zu einem typischen Muster. Du unterschätzt deine eigenen Fähigkeiten und überschätzt gleichzeitig, was für eine Junior-Stelle gebraucht wird. Du wartest auf den Moment, in dem du dich endlich fertig fühlst. Der kommt nicht. Den gab es für niemanden.

Aus der Komfortzone heraus, auch wenn es wehtut

Ein konkreter Weg dagegen: Tue regelmäßig Dinge, die dich überfordern. Das müssen keine Programmierprojekte sein. Wer wieder anfängt Sport zu treiben, kalt duscht oder öfter auf fremde Menschen zugeht, merkt schnell, dass Unbehagen kein Zeichen von Versagen ist. Es ist ein Zeichen von Wachstum.

Dieses Mindset überträgt sich dann aufs Programmieren.

Konkret heißt das: Setz dir Ziele, die über deinem jetzigen Stand liegen. Du beherrschst HTML und CSS? Dann bau ein kleines Spiel oder eine Web-App, bei der du noch nicht weißt, wie du sie umsetzen sollst. Du wirst oft scheitern. Du wirst Fehler machen. Und genau dadurch wirst du besser und sicherer. Wer schwierige Situationen meistert, glaubt auch daran, es wieder tun zu können.

Hol dir die Perspektive von anderen

Ein zweiter Ansatz ist oft noch wirkungsvoller: Lass dir von anderen zeigen, was du schon kannst.

Du bist mitten im Lernprozess und siehst vor allem das, was noch fehlt. Ein Freund, ein Familienmitglied oder jemand, der gerade erst anfängt zu programmieren, sieht das ganz anders. Zeig jemandem eine Website, die du gebaut hast, auch wenn sie dir simpel vorkommt. Die Reaktion wird dich überraschen.

Vielen passiert folgendes: Erst wenn Außenstehende anfangen zu fragen “Wie hast du das gemacht?”, merkt man, wie weit man bereits ist. Das ist kein Selbsttäuschungstrick. Es ist Kalibrierung. Dein interner Maßstab ist verzerrt, externer Feedback hilft, ihn zu korrigieren.

Was Firmen wirklich von Junior-Entwicklern erwarten

Hier kommt die wichtigste Information für alle, die kurz davor sind, sich zu bewerben: Unternehmen wissen, dass sie Juniors einstellen. Sie erwarten kein Senior-Niveau.

Wer HTML, CSS und JavaScript grundlegend beherrscht und eigene Projekte vorweisen kann, ist für viele Stellen bereits qualifiziert. Besonders kleinere Marketing-Agenturen und Webdesign-Studios suchen genau solche Leute: jemanden, der selbständig einfache Anpassungen an bestehenden Websites vornehmen kann. Das ist ein guter Einstieg, um erste Praxiserfahrung zu sammeln und sich später auf komplexere Rollen weiterzuentwickeln.

Bei größeren Unternehmen hilft es, wenn du schon mal mit einem Framework wie React gearbeitet hast. Aber selbst dort geht es bei Junior-Stellen nicht darum, wie viel du schon weißt. Es geht darum, wie schnell du lernst und wie gut du kommunizierst.

Falls du dein Fundament strukturiert aufbauen willst, schau dir die Frontend Fundamentals bei DevKarriere an. Wer über einen Bildungsgutschein gefördert werden kann, findet unter Qualifikation zum Web Developer alle Infos zur geförderten Ausbildung.

Portfolio bauen und Bewerbungen rausschicken

Ein eigenes Portfolio hilft doppelt. Es zeigt Arbeitgebern, was du kannst. Und es zwingt dich, deine Projekte so zu präsentieren, dass sie für Außenstehende Sinn ergeben. Dieser Prozess allein baut schon Selbstbewusstsein auf.

Fang also an, eigene kleine Projekte zu bauen. Stell sie ins Portfolio. Und dann schick Bewerbungen raus. Das Schlimmste, was passiert: eine Absage. Die zeigt dir, wo du noch arbeiten kannst. Kein Schaden.

Noch ein wichtiger Punkt: Fünf oder zehn Bewerbungen sind zu wenig. Es ist völlig normal, dass viele Bewerbungen keine Rückmeldung bringen, selbst wenn du gut aufgestellt bist. Bleib dran.

Häufige Fragen

Reichen HTML, CSS und JavaScript für den ersten Job als Entwickler aus?

Für viele Junior-Stellen, vor allem bei Agenturen und kleineren Unternehmen, ja. Wer diese drei Technologien grundlegend beherrscht und eigene Projekte vorweisen kann, ist gut aufgestellt. Bei größeren Unternehmen kann erste Erfahrung mit einem Framework wie React hilfreich sein. Git-Kenntnisse sind in jedem Fall von Vorteil.

Wie viele Bewerbungen sollte ich verschicken?

Deutlich mehr als zehn. Viele Bewerbungen bekommen keine Antwort, das hat oft nichts mit deinen Qualifikationen zu tun. Optimiere mit der Zeit dein Anschreiben und deinen Lebenslauf auf Basis von Feedback und bau kontinuierlich weiter an deinem Portfolio.

Was, wenn ich mich noch immer nicht bereit fühle?

Das Gefühl verschwindet nicht von selbst. Es lässt erst nach, wenn du anfängst, dich zu bewerben und merkst, dass du mehr kannst als gedacht. Bau eigene Projekte, zeig sie anderen und fang an, erste Bewerbungen zu schreiben. Den perfekten Zeitpunkt gibt es nicht.

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