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9. Juli 2023 · DevKarriere Redaktion

Die Wahrheit über Remote Work und Digitale Nomaden

Remote Work Karriere Jobsuche Bewerbung

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Remote Work in deutschen Unternehmen ist nicht dasselbe wie digitales Nomadentum – Homeoffice im eigenen Land funktioniert oft problemlos, doch Auslandsaufenthalte stoßen auf vertragliche Grenzen. Besonders in Finanz- und Versicherungsbranche sind Arbeitgeber restriktiv, während die Flexibilität innerhalb Deutschlands deutlich größer ausfällt.

Was Remote Work in deutschen Unternehmen wirklich bedeutet

Homeoffice und Remote Work sind zwei verschiedene Dinge. Das vergessen viele.

In vielen deutschen Großkonzernen und Mittelständlern kannst du heute ein oder mehrere Tage pro Woche von zu Hause arbeiten. Aber “von zu Hause” heißt eben meistens nicht “von überall”. Wer ins Ausland möchte, stößt in vielen Fällen auf klare Einschränkungen im Arbeitsvertrag: nur EU-Länder, nur ein paar Wochen pro Jahr. Vor allem in der Finanz- und Versicherungsbranche ist man bei solchen Themen besonders penibel.

Innerhalb Deutschlands ist es einfacher. Wenn du Homeoffice hast, kannst du nach aktuellem Stand meistens auch mal woanders im Land arbeiten, ohne das extra melden zu müssen. Zum Beispiel beim Familienbesuch in einer anderen Stadt. Aber das ist keine Rechtsberatung: Schau lieber selbst in deinen Vertrag oder frag beim Arbeitgeber nach.

Kleine Agenturen bieten mehr Freiheit

Anders sieht es bei kleineren Firmen aus. Web-Agenturen, junge Startups, moderne digitale Dienstleister. Dort ist es deutlich häufiger möglich, wirklich von überall zu arbeiten, auch außerhalb der EU. Solange du gute Arbeit ablieferst und erreichbar bist, interessiert es vielen dort schlicht nicht, von wo aus du das tust.

Das ist auch ein guter Grund, warum sich kleine Agenturen gerade für Einsteiger in der Webentwicklung eignen. Du brauchst kein Senior-Level-Wissen, um dort anzufangen. Grundkenntnisse in HTML, CSS und JavaScript reichen für viele Aufgaben aus. Wer über den Fullstack Web Developer Kurs einsteigt, hat genau das richtige Fundament dafür.

Der Haken: Das Gehalt liegt oft unter dem eines Großkonzerns. Wenn du aber in einem Land mit niedrigeren Lebenshaltungskosten arbeitest, kann das trotzdem funktionieren.

Digitaler Nomade und Karriere: Geht das zusammen?

Für die meisten Angestellten ist die ehrliche Antwort: schwierig.

Jobs, die wirklich 100% Remote ohne jede Einschränkung anbieten, sind seltener und bringen meist weniger Aufstiegsmöglichkeiten mit. Wer im Großkonzern Karriere macht, wird früher oder später ins Büro müssen. Das vertträgt sich schlecht mit dem Leben auf dem Sprung.

Die andere Option ist Selbstständigkeit. Als freiberuflicher Entwickler oder mit einer eigenen Firma bestimmst du deinen Arbeitsort selbst. Das bringt echte Freiheit, aber auch andere Risiken. Das ist dann schon eine ganz andere Diskussion.

Visa, Steuern, Arbeitsrecht: Die Fallstricke

Das ist ein Punkt, den viele erst zu spät ernst nehmen.

Wenn du länger im Ausland arbeitest, reicht ein Touristenvisum in den meisten Ländern nicht. Bali (Indonesien) ist eine der wenigen Ausnahmen mit einem echten Digital Nomad Visa. Für andere Länder gibt es das meist nicht. Wer trotzdem bleibt und arbeitet, bewegt sich schnell in einer rechtlichen Grauzone.

Dazu kommt das Steuerrecht. Wer einen Großteil des Jahres in einem anderen Land verbringt, kann dort steuerpflichtig werden — egal, ob das Konto in Deutschland ist. Informiere dich unbedingt bei einem Steuerberater, bevor du länger ins Ausland gehst. Fehler in dem Bereich werden teuer.

Wie cool ist Arbeiten auf Reisen wirklich?

Das Reisen selbst ist großartig. Neue Orte, andere Kulturen, spannende Begegnungen. Daran gibt es nichts auszusetzen.

Aber das Arbeiten auf Reisen ist eine andere Sache. Wer produktiv entwickeln will, braucht ein vernünftiges Setup: mehrere Bildschirme, eine ordentliche Tastatur, stabile Verbindung. Das alles fehlt, wenn du nur mit dem Laptop im Café sitzt.

Für ein paar Wochen geht das. Auf Dauer wird es nervig. Viele Menschen brauchen ihr gewohntes Umfeld, um wirklich konzentriert zu arbeiten. Reise-Monitore und gemietetes Equipment vor Ort gibt es zwar, aber ob das dauerhaft funktioniert, ist sehr individuell.

Das Fazit: Kurze Intervalle, also zwei Wochen aus Spanien oder Portugal arbeiten, sind für viele machbar und eine coole Erfahrung. Als dauerhafter Lebensstil ist das Nomaden-Dasein aber für die meisten kein nachhaltiges Konzept. Wer hier Familie, Freunde und ein Leben hat, wird das auf Dauer vermissen.

Häufige Fragen

Kann ich als Angestellter dauerhaft als digitaler Nomade leben?

Für die meisten Angestellten in Deutschland ist das schwierig. Viele Arbeitsverträge erlauben Remote Work im Ausland nur eingeschränkt, oft nur innerhalb der EU und auf wenige Wochen pro Jahr begrenzt. Wer dauerhaft nomadisch leben will, braucht entweder einen sehr flexiblen Arbeitgeber oder den Schritt in die Selbstständigkeit.

Welcher Beruf eignet sich am besten für Remote Work?

Softwareentwicklung und Webentwicklung gehören zu den Berufen mit den besten Voraussetzungen für ortsunabhängiges Arbeiten. Wer als Web Developer arbeitet, kann grundsätzlich von überall tätig sein, wo es eine stabile Internetverbindung gibt. Wer gefördert über den Bildungsgutschein einsteigen will, findet alle Infos zur Ausbildung über die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter hier.

Was muss ich rechtlich beachten, wenn ich aus dem Ausland arbeite?

Du brauchst je nach Land das passende Visum und gegebenenfalls eine Arbeitserlaubnis. Dazu kommen steuerliche Fragen: Wer einen Großteil des Jahres im Ausland verbringt, kann dort steuerpflichtig werden. Deinen Arbeitgeber musst du bei Aufenthalten im Ausland in den meisten Fällen informieren. Hol dir im Zweifelsfall unbedingt Rat bei einem Steuerberater oder Rechtsanwalt, bevor du planst.

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