Künstliche Intelligenz ist nicht mit ChatGPT erfunden worden – KI existiert bereits seit den 1960ern als Forschungsgebiet. Du erlebst gerade ein neues Kapitel eines bekannten Musters: den Hype-Zyklus, in dem öffentliches Interesse und Investitionen nach anfänglicher Euphorie wieder einbrechen. Diese KI-Winter sind nicht einmalig – sie wiederholen sich regelmäßig, und es hilft zu wissen, wo wir gerade im Zyklus stehen.
KI ist keine Erfindung von 2023
ChatGPT ist nicht der Geburtsort der künstlichen Intelligenz. KI gibt es als Forschungsgebiet seit den 1960er und 1970er Jahren. Das wissen die meisten Leute nicht, weil das Thema für sie erst seit Anfang 2023 existiert, als ChatGPT für die breite Öffentlichkeit zugänglich wurde.
Was viele vergessen: Es gab schon mehrfach einen sogenannten KI-Winter. Das sind Phasen, in denen Investitionen und öffentliches Interesse nach einem Hoch stark zurückgehen, weil die Realität die Erwartungen nicht erfüllt. Das ist kein einmaliges Ereignis. Es ist ein Muster. Und es passiert gerade wieder.
Der Gartner-Hype-Zyklus und wo wir gerade stehen
Der Gartner-Hype-Zyklus beschreibt, wie neue Technologien in der öffentlichen Wahrnehmung überschätzt, dann unterschätzt und schließlich realistisch eingesetzt werden. Fünf Phasen: technologischer Auslöser, Gipfel der überzogenen Erwartungen, Tal der Enttäuschungen, Pfad der Erleuchtung, Plateau der Produktivität.
Wo stehen wir bei KI? Auf dem Gipfel. Vielleicht schon kurz dahinter.
Die ersten Risse zeigen sich bereits. Das Startup “Devin” wurde als KI angepriesen, die eigenständig Software entwickeln kann, ohne menschliche Eingriffe. Riesige Schlagzeilen, massive Aufregung. Dann kam raus, dass die Demo gefälscht war. Stable-Diffusion-Startups mit Milliardenbewertungen sind bankrott gegangen. Und ein Großteil der sogenannten “KI-Startups” sind in Wirklichkeit nur ChatGPT-Wrapper mit eigenem Branding und bunten Logos.
Das heißt nicht, dass KI verschwindet. Nach dem Tal kommt der Pfad der Erleuchtung. Dann kristallisiert sich heraus, was wirklich funktioniert. Aber bis dahin wird noch viel Geld verbrannt.
Warum Programmierjobs nicht verschwinden
Ein Dateneingabejob lässt sich deutlich leichter automatisieren als Softwareentwicklung. Das klingt hart, ist aber einfach wahr. Softwareentwicklung ist kein linearer Prozess. Du arbeitest mit unvollständigen Anforderungen, wechselnden Rahmenbedingungen, komplexen Systemen und anderen Menschen. KI kann dabei helfen. Ersetzen kann sie das nicht.
KI-Tools wie Cursor sind tatsächlich stark im Rapid Prototyping. Wenn du schnell einen Prototypen bauen willst, geht das damit rasend schnell. Aber ohne jemanden, der versteht was da gebaut wird, bricht das Ganze zusammen. Der menschliche Teil ist nicht optional. Er ist der eigentliche Job.
Wer also überlegt, als Quereinsteiger in die Webentwicklung einzusteigen, der muss sich keine Sorgen machen, dass der Job bis zum Ausbildungsabschluss verschwunden ist. Im Gegenteil: Weil mit KI-Tools immer mehr Software gebaut wird, braucht es auch mehr Menschen, die das warten, weiterentwickeln und in Ordnung halten. Schau dir gerne unseren Fullstack Web Developer Kurs an, wenn du einen strukturierten Einstieg suchst.
Was KI wirklich gut kann
KI ist kein Feind. Sie ist ein Werkzeug. Und zwar ein gutes, wenn man weiß, wie man es einsetzt:
- Code analysieren und erklären lassen
- Schnell Prototypen bauen
- Repetitive Aufgaben automatisieren
- Neue Themen schneller erschließen
Was KI nicht kann: eigenständig denken, komplexe Entscheidungen im Gesamtkontext treffen, Verantwortung übernehmen. KI-generierter Content sieht auch immer noch nach KI aus. Wer täglich 50 generierte Videos hochlädt und hofft, dass eines viral geht, fällt auf. Das ist kein Geheimnis mehr.
Für Programmieranfänger ist ChatGPT zum Beispiel gut, um sich etwas erklären zu lassen. Als alleiniges Lernwerkzeug reicht es nicht. Das echte Verstehen muss man selbst leisten.
Häufige Fragen
Werden Programmierer durch KI ersetzt?
Nicht in absehbarer Zeit. KI ist ein starkes Hilfsmittel, kann aber keine komplexen Systeme eigenständig entwickeln oder warten. Laut der Stack Overflow Developer Survey 2024 nutzen die meisten Entwickler KI-Tools als Unterstützung. Sie ersetzen niemanden, sie machen gute Entwickler schneller.
Lohnt es sich noch, jetzt programmieren zu lernen?
Ja. Der Bedarf an Entwicklerinnen und Entwicklern ist stabil. Wer programmieren kann, arbeitet außerdem effektiver mit KI-Tools als jemand, der es nicht kann. Die Technologie stärkt vorhandenes Wissen, ersetzt es nicht.
Was ist der Gartner-Hype-Zyklus?
Das ist ein Modell, das zeigt, wie neue Technologien typischerweise überschätzt, dann unterschätzt und schließlich realistisch eingesetzt werden. Auf den aktuellen Hype-Gipfel bei KI folgt wahrscheinlich eine Phase der Ernüchterung. Danach etablieren sich die wirklich nützlichen Anwendungen langfristig. Das ist kein Untergang, sondern normale Technologiegeschichte.