Als Quereinsteiger kannst du direkt im IT-Bereich arbeiten – Software Testing und technischer Support brauchen keine jahrelangen Vorkenntnisse. Allerdings ist das Gehalt niedrig und der Job wird schnell monoton, deshalb solltest du nebenbei programmieren lernen und dir so einen Weg in bessere Positionen öffnen.
Platz 4: Software Tester
Ein Software Tester prüft, ob eine Anwendung das tut, was sie soll. Features durchklicken, Fehler dokumentieren, Rücksprache mit dem Entwicklerteam halten. Der Einstieg ist niedrigschwellig, und das ist der größte Vorteil dieses Jobs.
Du brauchst keine jahrelange Lernphase. Viele Grundlagen lernst du direkt im Job. Der Aufgabenbereich ist klar umrissen, was gerade am Anfang hilft.
Auf der anderen Seite: Das Gehalt liegt deutlich unter dem anderer IT-Jobs. Die Arbeit wird schnell monoton. Und wer wirklich Karriere machen will, kommt als reiner Tester irgendwann an eine Wand. Wer diesen Weg geht, sollte nebenbei programmieren lernen und sich so den Weg in die Entwicklung öffnen.
Platz 3: Technischer Support
Im technischen Support bist du die erste Anlaufstelle, wenn Kunden technische Probleme haben. Du klärst, was los ist, hilfst soweit möglich, und gibst komplexere Fälle weiter.
Das Gute: Du brauchst kein tiefes Fachwissen. Die Einarbeitung geht schnell. Wer gern mit Menschen spricht, ist hier richtig.
Das Problem: Je nach Firma fühlt sich das schnell nach Callcenter an. Großraumbüro, Headset, wütende Endkunden. Muss nicht so sein, gerade bei B2B-Softwareunternehmen geht es entspannter zu. Aber du musst damit rechnen. Das Gehalt ist im IT-Vergleich eher niedrig, und für echten Aufstieg brauchst du früher oder später andere Skills.
Für den Einstieg in die Branche okay, als Dauerlösung aber nicht ideal.
Platz 2: Data Scientist
Data Scientists analysieren Daten, bauen Modelle mit maschinellem Lernen und helfen Unternehmen, bessere Entscheidungen zu treffen. Das Anwendungsfeld ist breit: von Umsatzprognosen bis zur Optimierung ganzer Produktionsprozesse.
Das Gehalt ist attraktiv. Laut dem Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit verdienen erfahrene Data Scientists in Deutschland sehr gut. Homeoffice, flexible Arbeitszeiten, motivierte Kollegen. Das Arbeitsumfeld ist in diesem Bereich spürbar besser als bei Software Tester oder Support.
Aber der Einstieg ist härter. Du brauchst echtes Mathe- und Statistikwissen. Wer seit der Mittelstufe kein Mathe mehr hatte, wird es schwer haben, das in absehbarer Zeit nachzuholen. Zusätzlich zählt Domänenwissen. Was nützt es, Daten zu analysieren, wenn du nicht verstehst, was sie eigentlich bedeuten?
Dazu kommt Konkurrenz. Der Beruf ist beliebt, weil er attraktiv ist. Wer sich einen guten Job sichern will, muss wirklich gut sein.
Platz 1: Softwareentwickler
Software-Entwickler programmieren. Neue Funktionen bauen, bestehenden Code verbessern, Fehler beheben. Klingt simpel, ist aber alles andere als das.
Jedes Problem ist ein bisschen anders. Du lernst nie aus. Neue Technologien kommen, du wächst mit. Das macht den Job abwechslungsreich auf eine Art, die viele andere Berufe nicht bieten.
Das Gehalt stimmt. Laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit liegt der Median für Softwareentwickler in Deutschland deutlich über dem Durchschnitt, und mit Erfahrung geht es weiter nach oben. Homeoffice ist oft möglich. Karrierewege gibt es viele: Junior, Senior, Tech Lead, Projektmanagement, eigene Gründung.
Der Nachteil ist der Aufwand: Programmieren lernen dauert. Sechs bis zwölf Monate intensive Lernzeit sind realistisch. Und Fachkräftemangel bedeutet nicht, dass jeder genommen wird. Wer sich bei guten Firmen bewerben will, muss tatsächlich programmieren können. Eigene Projekte bauen und zeigen, was man kann, ist kein Bonus, sondern Pflicht.
Wenn du den Quereinstieg als Softwareentwickler angehen willst und eine geförderte Option suchst, schau dir den Weg zum Web Developer über Bildungsgutschein an. Die Ausbildung ist AZAV-zertifiziert, Jobcenter und Agentur für Arbeit übernehmen die Kosten. Wer selbst zahlt, findet alles Wichtige im Fullstack Web Developer Kurs.
Häufige Fragen
Welcher IT-Job eignet sich am besten ohne Vorkenntnisse?
Software Tester und technischer Support haben die niedrigsten Einstiegshürden. Du kannst in beiden Jobs ohne Programmierkenntnisse anfangen und lernst vieles direkt im Arbeitsalltag. Für langfristige Karrierechancen solltest du aber parallel weitere Skills aufbauen, zum Beispiel programmieren lernen.
Muss ich gut in Mathe sein, um Softwareentwickler zu werden?
Für die meisten Bereiche der Webentwicklung brauchst du keine höhere Mathematik. Logisches Denken und die Bereitschaft, Probleme systematisch zu lösen, sind wichtiger als Statistik oder Analysis. Das unterscheidet Webentwicklung klar von Data Science, wo Mathe eine echte Grundvoraussetzung ist.
Wie lange dauert es, als Quereinsteiger Softwareentwickler zu werden?
Rechne realistisch mit sechs bis zwölf Monaten intensiver Lernzeit. Wichtig ist dabei nicht nur, Tutorials zu schauen, sondern eigene Projekte zu bauen. Das zeigt Arbeitgebern, dass du tatsächlich programmieren kannst und nicht nur Kurse abgehakt hast.