Mit nur zehn Terminal-Befehlen schaffst du es durch dein ganzes Entwickler-Leben – ohne dich in der Kommandozeile zu verlaufen. Mit ls, cd, git und sieben weiteren Grundbefehlen kommst du durch fast jedes Projekt. Diese Unix-Befehle funktionieren auf Mac, Linux und Windows (mit Git Bash) identisch.
Das Terminal ist kein Hexenwerk
Viele Anfänger scheuen das Terminal. Dabei sind die Befehle, die du im Alltag als Developer wirklich brauchst, überschaubar. Wenn du diese zehn Grundbefehle kennst, kommst du durch fast jedes Projekt – und wirst dich in der Kommandozeile sicher fühlen.
Noch ein Hinweis vorab: Wenn du Windows nutzt, installiere dir die Git Bash von gitforwindows.org. Das normale Windows-Terminal funktioniert anders – die Befehle hier sind Unix-Befehle, die auf Mac und Linux laufen. Und da fast alle Server weltweit auf Linux laufen, lohnt es sich, genau diese zu lernen.
Die 10 Befehle im Überblick
1. ls – Was steckt in diesem Ordner?
Mit ls listest du den Inhalt des aktuellen Ordners auf. Mit ls -l bekommst du zusätzlich Informationen wie Erstelldatum und Berechtigungen. Einer der am häufigsten genutzten Befehle überhaupt.
2. mkdir – Neuen Ordner anlegen
mkdir test-ordner erstellt einen neuen Ordner mit dem Namen “test-ordner”. Kurz für “make directory”.
3. cd – Ordner wechseln
Mit cd test-ordner navigierst du in diesen Ordner hinein. Mit cd .. gehst du eine Ebene zurück. Tipp: Die Tab-Taste vervollständigt Ordnernamen automatisch.
4. touch – Neue Datei erstellen
touch index.html legt eine leere Datei mit dem angegebenen Namen an. Praktisch, wenn du schnell eine neue Datei brauchst, ohne einen Editor öffnen zu müssen.
5. clear – Terminal aufräumen
Nach ein paar Befehlen ist das Terminal schnell voll. clear leert die Anzeige und gibt dir wieder Platz zum Arbeiten.
6. echo – Text ausgeben
echo "Hallo" gibt den übergebenen Text im Terminal aus. Klingt simpel, ist aber beim Schreiben von Shell-Skripten sehr nützlich – zum Ausgeben von Variablen oder Logs.
7. pwd – Wo bin ich gerade?
pwd steht für “Print Working Directory” und zeigt dir den vollständigen Pfad des Ordners, in dem du dich gerade befindest. Wenn du dich mal lost fühlst im Terminal, ist das dein bester Freund.
8. rmdir – Leeren Ordner löschen
Mit rmdir test-ordner löschst du einen leeren Ordner. Enthält der Ordner noch Dateien, bekommst du einen Fehler (“Directory not empty”). Dann brauchst du den nächsten Befehl.
9. rm -rf – Ordner mit Inhalt löschen
rm -rf tutorial löscht den Ordner “tutorial” samt aller Dateien und Unterordner darin. Das r steht für “rekursiv”, das f für “force”. Dieser Befehl löscht alles ohne Rückfrage. Sei hier wirklich vorsichtig und prüfe zweimal, was du da eingibst.
10. cp – Dateien kopieren
Mit cp index.html kopie.html erstellst du eine Kopie einer Datei im selben Ordner. Du kannst auch in andere Ordner kopieren, indem du den Zielpfad angibst.
Bonus: code . – VS Code direkt aus dem Terminal öffnen
Das ist der Befehl, den viele nicht kennen, aber täglich brauchen könnten. Wenn du dich per Terminal bereits in einem Projektordner befindest, öffnet code . diesen Ordner direkt in Visual Studio Code. Der Punkt steht dabei für “aktueller Ordner”. Spart Zeit und ist einfach praktisch.
Warum du diese Befehle wirklich lernen solltest
Im Web Development arbeitest du früher oder später mit Servern, Build-Tools, Git und Deployment-Pipelines. All das läuft über die Kommandozeile. Wer das Terminal nicht kennt, stößt ständig an Grenzen.
Das gilt besonders im Fullstack-Bereich: Backend-Entwicklung, DevOps, Server-Administration – überall wirst du diese Unix-Befehle brauchen. Und auf dem Weg zum ersten Job in der IT kann genau dieses Wissen den Unterschied machen. Wenn du den Einstieg in die IT gerade planst und weißt, dass Fördermittel infrage kommen könnten, schau dir unsere geförderte Ausbildung zum Web Developer an.
Häufige Fragen
Muss ich das Terminal auf Windows anders nutzen?
Ja. Das Standard-Terminal (CMD) auf Windows verwendet andere Befehle als Unix-Systeme. Für alle, die die hier gezeigten Unix-Befehle auf Windows üben wollen, empfiehlt sich die Git Bash. Sie emuliert eine Unix-Umgebung und erlaubt dir, die exakt gleichen Befehle zu nutzen wie auf Mac oder Linux.
Wie gefährlich ist rm -rf?
Sehr. Der Befehl löscht Dateien und Ordner unwiderruflich, ohne Papierkorb. Wenn du aus Versehen den falschen Pfad angibst, ist das weg. Deshalb immer zweimal prüfen, in welchem Ordner du dich befindest (mit pwd), bevor du diesen Befehl ausführst.
Welche Befehle brauche ich als Junior Developer am häufigsten?
Im Alltag wirst du vor allem ls, cd, mkdir, touch und cp regelmäßig nutzen. Dazu kommt git für Versionskontrolle, was aber ein eigenes Thema ist. Wer mit den Grundbefehlen sicher umgehen kann, hat eine gute Basis für alles Weitere.